



Farne sind eine große Pflanzengruppe, die zur botanischen Gruppe der Pteridophyta gehört. Diese Pflanzen sind vaskulär und, anders als Moose, haben besondere Fasern, mit den sie Wasser, Mineralien und photosynthetische Produkte aufnehmen können. Farne gedeihen in verschiedenen Habitaten, man findet sie jedoch meistens in schattigen Wäldchen. Farne haben weder Kerne noch Blüten , aber sie sind dennoch in der Parfümerie von großer Bedeutung. Dies liegt an ihrem besonders frischen und grünen Aroma, das die Elemente des Waldes in einem Duft reflektiert. Schon vor mehr als 200 Millionen Jahren bevor blühende Pflanzen entstanden sind, gab es Farne auf der Erde. Fossile Rückstände von Farnen, die mehr als 360 Millionen Jahre alt sind, wurden bereits gefunden. Der Name der Pflanze stammt aus dem altenglischen “fearn”, was für “feathers” (Federn) steht und offenbar die zarte und leichte Konsistenz der Blätter beschreibt.

Obwohl es nicht offensichtlich erscheint, wurde dennoch eine ganze Gruppe an Parfums nach Farnen benannt - die Fougère Duftfamilie. Fougère bedeutet "farnartig" bezeichnet eine Klassifizierung der modernen Parfümeriem die von Fougère Royale von Houbigant inspiriert ist. Dieser Duft wurde von Paul Parquet kreiert. Fougèredüfte sind in erster Linie Düfte für Männer, die oftmals Lavendel in den Kopfnoten und Eichenmoos oder Cumarin in den Basisnoten enthalten. Die Parfums dieser Duftfamilie sind charakteristisch frisch, moosartig, kühl, kräutrig und feucht. Die Inspiration hinter ihnen sind üppige grüne Waldflächen, wo üblicherweise auch Farne gefunden werden.

Farne sind Zierpflanzen, die zusätzlich über besondere Fähigkeiten verfügen. Sie entfernen chemische Schadstoffe aus der Luft und aus Böden. Einige der Spezien werden sogar als Lebensmittel angebaut oder werden in tropischen Regionen als Baumaterial verwendet. Die Form von Farnen erscheint zuerst eher simpel, aber bei genauer Betrachtung enthüllt die Pflanze ihre Schönheit und ein komplexes Muster, das an Fraktale, eines der interessantesten Rätsel der Mathematik erinnert.
In der slawischen Folklore heißt es, dass Farne während der Ivan Kupala Nacht blühen, und dass der, der die Blüte sieht, für den Rest seines Lebens mit Wohlstand und Glück gesegnet ist. Eine noch faszinierendere Legende kommt aus Finnland. Diese besagt, dass jeder, der die Samen von blühenden Farnen in einer Mittsommernacht sammelt, sich unsichtbar bewegen und reisen kann; ein geisterhaftes Licht im Wald soll Suchende an die richtige Stelle führen.
Die Ivana Kupala Nacht von E. Kurbala
Farne haben auch in der Geschichte der visuellen Künste einen Platz. In Großbritannien waren Farne zwischen 1837 und 1914 ein dominantes Motiv in der Architektur und in schmückenden und dekorativen Künsten. Während dieser Zeit war das Sammeln und Anbauen von Farnen mehr als nur ein äußerst beliebtes Hobby. Zum Teil war der Wahnsinn um Farne dermaßen stark, dass wilde Farne fast verschwanden. Der Killarney Farn, zum Beispiel, der zu den bedrohtesten Pflanzenarten in Europa gehört, wurde im 19. Jahrhundert in Schottland schon für ausgestorben gehalten.
Die Farnnote in der Parfümerie ist aber ein Fantasiekonzept, das die Frische und das Grün des Waldes reflektiert. Mit dem Farnakkord werden die moosartigen, feuchten, grünen und erdigen Düfte des Waldes mit Hilfe von komplexen synthetischen oder natürlichen Substanzen eingefangen. Meistens werden in Fougèreparfums Rohstoffe wie Absolues von Heu, Lavendel, Eichenmoos und Tonkabohne kombiniert. In der modernen Parfümerie wird synthetisches Cumarin anstelle von Tonkabohne Absolue und Heu Absolue verwendet. Viele natürliche Parfümeure stellen den Fanatasieakkord Farn jedoch weiterhin mit komplett natürlichen Essenzen her.
Obwohl Farnkompositionen normalerweise Mixturen aus natürlichen und synthetischen Essenzen sind, ist es möglich, essentielles Öl aus Farnen, genauer gesagt aus der männlichen Spezies Aspidium, zu extrahieren. Das essentielle Öl wird aus den Rhizomen gewonnen. Das Öl duftet erdig, feucht, süß und holzig und erinnert an den charakteristischen Geruch von Humus. Es wird hauptsächlich für medizinische Zwecke verwendet; es könnte auch in der Parfümerie Verwendung finden, allerdings sind die Mengen, die man aus den Rhizomen extrahieren kann, äußerst gering.
Aspidium acrostichoides - Weihnachtsfarn
Wer diese Note also ausgiebig erforschen möchte, sollte mit dem bereits genannten Duft Fougère Royale von Houbigant beginnen. Der Duft wurde eigentlich für Frauen komponiert, allerdings fand er mehr Zuspruch bei männlichen Kunden. Schon bald war dieser Duft das Ideal für einen Fougèreduft für Herren. Andere besondere Vintages sind English Fern von Penhaligon’s, der erstmals in 1890 verkauft worden ist, und der 13 Jahre ältere Wild Fern Cologne von Geo. F. Trumper. Unter den modernen Parfums würde ich den Duft Felci von L`Erbolario, ein aromatischer Fougèreduft für Herren, besonders erwähnen.

Um weitere Düfte mit der Note Farn zu finden, könnt ihr hier
nach NOTEN suchen.
Bild von E. Kurbala von liveinternet.ru

































Bekannte Marken und Parfums: