




Das Wort Hyrax (ὕραξ), wie man den Schliefer auch nennt, ist das aus dem Altgriechischen stammende Wort für "Spitzmaus". In der Sprache Bantu, die in Suaheli, dem Heimatland des Schliefers gesprochen wird, nennt man ihn Pimbi. Zum Wort Hyrax sind allerdings etliche historische Fakten zu finden: Die Wort "Spanisch" ist ein Beispiel. Hispania war der Name, den die Römer dem Land Spanien verliehen hatten, als sie die iberische Halbinsel entdeckten. Doch schon lange zuvor war Hispania als Canaanite (אי שפנים / ʾî šəpānîm) bekannt. Dieses Wort bedeutet nämlich "die Küste der Hyraxes". Da Schliefer jedoch in Afrika und im mittleren Osten leben, wird davon ausgegangen, dass die Phönizier die Wildhasen Spaniens mit Schliefern verwechselten. Die Canaanite-Sprache isst übrigens Teil der semitischen Sprachfamilie, in welcher das Wort Shaphan einen Schliefer bezeichnet.

Hyraceum ist ein aromatischer Rohstoff der antiken Parfümerie. Man nutzte es ursprünglich jedoch für andere Zwecke. Die afrikanischen Stammesangehörigen und die Menschen im mittleren Osten nutzten Hyraceum als Heilmittel bei Epilepsie, Nierenkrankheiten, Krämpfen und weiblichen Hormonstörungen.
Die Substanz selbst sind die versteinerten Exkremente des Schliefers. Der Urin des Tiers ist nahezu steril und enthält Pheromone und intensiv duftende Substanzen. Bevor der Urin versteinert, ist er geleeartig. Ganze Schlieferkolonien nutzen hauptsächlich Höhlen und Bergabsätze um zu urinieren. Daher lässt sich das so genannte Hyraceum dort in größeren Mengen finden.

In der Parfümerie wird jahrhundertealtes, trockenes, schweres und steinhartes Hyraceum verwendet. Der Duft ist animalisch und sinnlich und erinnert an eine Mischung aus Moschus, Zibetöl, Bibergeil, Tabak, und Agarholz. Aufgrund der charakteristischen Struktur wird Castoreum auch Afrikastein genannt. Das insgesamt erdige, reichhaltige und harzartige Hyraceum wird dadurch gewonnen, in dem man die "Steine" pulverisiert und mit reinem organischen und nicht denaturierten Alkohol mischt. Das Wichtigste zum Schluss: Keinem Tier wird weh getan!




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